20.10.2020

Wird Europa in der KI und Digitalisierung immer hinterherhinken?

Bevor Sie protestieren, dies ist eine berechtigte Frage und wir müssen das ganze Bild betrachten, um zu einer Antwort zu kommen. Warum stellt sich diese Frage überhaupt? Im Moment laufen die Entwicklungen weltweit davon, während wir in Deutschland und Europa noch kaum vorankommen. 

Die KI, ANN und damit verbundene Digitalisierung wird zum Jahrhundertthema und laut vielen Experten wie keine andere Technik unser Leben verändern. Doch scheint einerseits die Aufklärung über die Ausmaße zu stocken, zum anderen geht es in Europa auch darum, die Ethik von KI hinreichend zu diskutieren. 
Viele Staaten jedoch kümmern sich kaum um die Ethik und haben keine moralischen Instanzen oder Bedenken bezüglich der Anwendung von KI und Digitalisierung. Beispiele wie China oder Singapur können erschrecken. Wenn die technologische Entwicklung sich nicht um Ethik kümmert, entwickelt sie sich ungehindert in alle Lebensbereiche hinein und erreicht technologisch gesehen vieles, was vorher nicht vorstellbar war. China ist uns über 10 Jahre voraus, was die Digitalisierung angeht.  

Wir wollen bei weitem nicht von der ethischen Diskussion absehen, sie ist wichtig und macht Demokratie aus, aber wir müssen auch die Folgen berechnen und uns darauf einstellen. Die Pandemie hat zwar die Digitalisierung vorangetrieben, doch bremst sie dieses auch an bestimmten Stellen aus. 
So sagt eine neue Studie der Capgemini aus, dass COVID-19 sich sogar negativ in Bezug auf die Transparenz von KI-Verfahren auswirkte. Die Studie untersuchte KI-Systeme anhand vier ethischer Dimensionen aus dem Katalog der Europäischen Kommission für KI. Sie hat für die Anwendung von KI und Digitalisierung sieben Prinzipien entwickelt. Die Studie belegt, dass sich 2020 ausschließlich die „Erklärbarkeit“ verbessert hat, alle anderen Prinzipien fallen weit ab. 

Die Europäische Kommission hat für die Anwendung von KI und Digitalisierung sieben Prinzipien entwickelt, sie konzentriert sich auf die ethischen Perspektiven, welche durch die Entwicklung, Implementierung und den Einsatz der KI entstehen. 

1. Vorrang menschlichen Handelns und menschliche Aufsicht 

KI-Systeme sollten die menschliche Autonomie und Entscheidungsfindung unterstützen. KI-Systeme sollten sowohl als Chance der Unterstützung einer demokratischen, blühenden und gerechten Gesellschaft dienen. Der Nutzer soll unterstützt, die Grundrechte gefördert und jederzeit die menschliche Aufsicht ermöglicht werden. 

2. Technologische Robustheit und Sicherheit 

KI-Systeme müssen belastbar und vertrauenswürdig sein. Sie müssen sicher sein und einen Ausweichplan für den Fall bereithalten, wenn Fehler auftreten. Dies muss zuverlässig und reproduzierbar sein. 

3. Schutz der Privatsphäre und Datenqualitätsmanagement 

Die 100% Achtung der Privatsphäre und des Datenschutzes muss gewährleistet sein. Dies muss durch angemessene Datenverwaltungsmechanismen mit Berücksichtigung der Integrität der Daten erfolgen und legitimierte gesicherte Zugänge zu den Daten ermöglichen. 

4. Transparenz 

KI-Systeme sollten auf dem Prinzip der Erklärbarkeit basieren. Die Transparenz und Kommunikation betrifft dabei die Daten, das System und die betreffenden Geschäftsmodelle. 

5. Vielfalt, Anti-Diskriminierung und Fairness 

Unfaire Voreingenommenheit, einschließlich Zugänglichkeit, universelles Design und Beteiligung von Interessengruppen müssen vermieden werden. Dies muss während des gesamten Lebenszyklus eines KI-Systems gewährleistet sein, abgesehen von der Ermöglichung von Vielfalt und Integration. 

6. Gesellschaftliches und ökologisches Wohlergehen 

KI-Systeme müssen nach dem Wohlfahrtsprinzip allen Menschen zugutekommen, auch den zukünftigen Generationen. Es ist sicher zu stellen, dass die Anwendungen, oder deren Umgebung, nachhaltig und umweltfreundlich sind. 

7. Rechenschaftspflicht 

Das Erfordernis der Rechenschaftspflicht betrifft alle vorstehenden Anforderungen. Sie macht es zur Pflicht, dass Maßnahmen entwickelt werden, welche die Verantwortung und Pflicht zur Rechenschaft für KI-Systeme und ihre Ergebnisse sowohl vor als auch nach ihrer Entwicklung, Einführung und Nutzung sicherstellen. 

Diese Leitlinien sind weithin bekannt, doch gerade die Transparenz und das Vertrauen in KI und Digitalisierung ist bei vielen Verbrauchern von 79% im Jahr 2019 auf 62 % im Jahr 2020 gesunken, dies sei laut der inkludierten Verbraucherumfrage auf zu wenig Transparenz zurückführen. Die Studie benennt die gestiegene Komplexität von KI-Anwendungen als einen weiteren Grund, vor allem versuchen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle zu schützen, sowie die unkontrollierte Ausweitung von Anwendungen in Folge der Corona-Pandemie.  

Für diese Situation gibt es keine Modelle noch historische Daten, die man zum Vergleich oder zur Bewältigung heranziehen könnte. Wir sind gezwungen, uns selbst neu zu erfinden und die neue Normalität erst noch zu entwickeln. 

Fabian Schladitz, KI-Experte (Leiter des AI Center of Excellence bei Capgemini in Deutschland), sagt: „In Deutschland betrachten wir die ethischen Dimensionen von Künstlicher Intelligenz häufig recht eindimensional und stark auf die Risikominimierung fokussiert. Dennoch treten KI-Anwendungen als App zur Gesichtsdekoration, als Stauvorhersage bei der Navigation oder als Gesichtserkennung in intelligenten Kameras vielfach in unser Leben, nur stammen sie dann aus einem anderen Land. Deutsche Unternehmer sollten daher die Chance ergreifen und das transformative Potential von KI nutzen, um gesellschaftlichen Nutzen zu stiften und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Reputation des Unternehmens aus, denn das Gelernte kann auch einen maßgeblichen Beitrag zur Geschäftsentwicklung leisten. Die Studie liefert konkrete Vorschläge, wie wir Risiken begegnen und auf Regulierungsmaßnahmen reagieren können, um uns langfristig einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.“ 

Die angesprochene Chance zu nutzen setzt jedoch enormes Fachwissen voraus. Doch nicht nur das, es sind Schnittstellenkompetenzen und eine gesunde Wissens-Basis für digitale Prozesse nötig. KI und die Digitalisierung sind nur zu bewältigen, wenn mehr in die Aufklärung, Transparenz und vor allem in die Weiterbildung investiert wird. Umso höher der Anspruch ist, den Leitlinien der europäischen Kommission zu folgen, muss noch mehr in das Wissen um die Persönlichkeits-Weiterbildung, Unternehmensführung und den Workflow der Wertschöpfungskette investiert werden.  

Nur mit einer kräftigen Erhöhung des Budgets für Weiterbildung und einem aktiv konzipierten Schub neue Weiterbildungskonzepte zu entwickeln, können wir aus dem Schlussfeld wieder in das technologische Spitzenteam aufschließen. 

Das MANAGER INSTITUT im Verbund mit PROTRANET und der MANAGER UNIVERSITY sind genau der Partner, den Sie dafür benötigen. Wir setzen den Maßstab und geben Ihnen an die Hand, diese Krise zu meistern.

  

https://www.demographie-netzwerk.de/site/assets/files/5064/ethicsguidelinesfortrustworthyai-depdf.pdf

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